Interview
„Hotels sollen ihre Stärke wieder selbst in der Hand haben.“
Ein Gespräch mit Michael Panhans, Gründer und Geschäftsführer von NEXUS HotelTech.
Name: Michael Panhans
Funktion: Gründer & Geschäftsführer, NEXUS HotelTech
Schwerpunkte: Direktvertrieb, digitale Gästerouten, Energie & Betrieb
Kontakt (Presse): press(at)nexus.example
Herr Panhans, mit welchem Problem sind Hotels am häufigsten auf Sie zugekommen – und was war der Auslöser für NEXUS?

In vielen Gesprächen hat sich ein ähnliches Bild gezeigt: Ein Großteil der Buchungen kommt über wenige, große Portale – und gleichzeitig verteilt sich die eigene Digitalisierung auf einen Flickenteppich aus Einzellösungen. Es gibt ein Tool für Buchungen, ein anderes für die Gästemappe, wieder ein anderes für Payment oder Zutritt. Dazwischen: Medienbrüche, manuelle Workarounds und Teams, die ständig zwischen Systemen springen.

Die Folge ist ein Gefühl von Abhängigkeit: Man ist sichtbar – aber zu einem hohen Preis, sowohl in Provisionen als auch in Komplexität. Genau an diesem Punkt wollten wir mit NEXUS ansetzen.

Was ist der Kernansatz von NEXUS – wie würden Sie es in einem Satz beschreiben?

Wir helfen Hotels dabei, ihren Direktvertrieb, ihre Gästeroute und ihre technischen Systeme so zu ordnen, dass sie wieder mehr eigene Stärke entfalten können – wirtschaftlich, operativ und im Gästeerlebnis.

Portale sollen dort genutzt werden, wo sie sinnvoll sind, aber nicht die einzige tragende Säule bleiben. Dafür bündeln wir zentrale Bausteine in einem integrierten Stack statt in vielen voneinander losgelösten Tools.

Sie sprechen oft von „Freiheit zurückgeben“. Was heißt das konkret für ein Hotel?

Freiheit heißt für uns: Ein Haus kann bewusst entscheiden, welche Buchungen es zu welchen Kosten über welche Kanäle generiert – und hat jederzeit Transparenz darüber. Es weiß, welche Angebote auf der eigenen Seite laufen, welche Upsells funktionieren, wie sich Energieprofile im Zimmer auswirken und wie sich das alles in den Kennzahlen niederschlägt.

Konkret bedeutet das: weniger Abhängigkeit von OTA-Algorithmen, weniger Überraschungen bei Provisionen, mehr direkt steuerbarer Gästekontakt und ein klarer Blick auf den eigenen Betrieb. Wir liefern dafür die Infrastruktur – Entscheidungen trifft immer das Hotel.

Warum setzen Sie auf einen integrierten Stack statt auf „Best-of-Breed“-Einzellösungen?

Beides hat seine Berechtigung – die Frage ist: Wo liegt die Verantwortung für das Zusammenspiel? In vielen Häusern sieht man, dass Schnittstellen zwar existieren, aber kaum jemand verantwortlich dafür ist, ob der Gesamtprozess wirklich sauber funktioniert.

Mit NEXUS bündeln wir vier zentrale Module – Direktbuchung, Gästeroute, Zutritt, Energie – und verbinden sie eng mit PMS, Payment und IoT. Wir wollen keine Monokultur schaffen, aber wir wollen die Zahl der Bruchstellen reduzieren und klare Verantwortlichkeiten etablieren. Das macht Projekte kalkulierbarer und den Alltag stabiler.

Welche Rolle spielt Energieautomation im Vergleich zu Themen wie Vertrieb oder Gästekommunikation?

Energie ist ein zentraler Kostenblock – gerade im Zimmerbetrieb. Wenn man Präsenz, Fensterkontakte, Temperaturprofile und Buchungsdaten sinnvoll kombiniert, lässt sich hier viel bewegen, ohne am Komfort zu sparen. Wichtig ist, dass Technik, Regeln und Monitoring zusammen gedacht werden.

Für uns gehört das zur gleichen Story: Wer seinen Direktvertrieb stärkt und das Gästeerlebnis digital strukturiert, sollte gleichzeitig seine Energieprofile im Blick haben. NEXUS macht diese Effekte sichtbar und verknüpft sie mit den operativen Prozessen.

Viele Hoteliers sind beim Thema Daten & DSGVO sensibel. Wie gehen Sie damit um?

Das ist absolut nachvollziehbar – und richtig. Wir betrachten Datenschutz und Sicherheit nicht als Pflichtübung, sondern als Teil der Produktqualität. Dazu gehören Hosting in der EU, klare Rollen- und Rechtekonzepte, Audit-Logs und nachvollziehbare Auftragsverarbeitungsverträge.

Für Häuser soll transparent sein, wo welche Daten liegen, wie lange sie verarbeitet werden und welche Optionen es für Export und Löschung gibt. Diese Punkte dokumentieren wir offen im Trust-Center und lassen sie in die Architektur einfließen.

Für welche Häuser ist NEXUS besonders geeignet – und wer passt weniger gut?

Besonders gut passen Häuser, die ihre Direktstrategie aktiv gestalten wollen und bereit sind, Prozesse gemeinsam mit uns anzuschauen – ob Stadthotel, Leisure-Betrieb oder kleinere Gruppe. Wichtig ist die Bereitschaft, nicht nur „Features“ zu kaufen, sondern wirklich am Setup zu arbeiten.

Weniger passend ist es, wenn Digitalisierung ausschließlich als kurzfristiger Marketing-Hebel gesehen wird und grundlegende Abläufe unverändert bleiben sollen. Wir legen Wert darauf, dass Projekte messbare Wirkung entfalten – dafür braucht es ein Mindestmaß an gemeinsamer Arbeit am System.

Wie greifen die einzelnen Produkte von NEXUS im Alltag eines Hotels ineinander?

Wir schauen immer auf die gesamte Gästeroute – vom ersten Interesse bis nach dem Check-out. Booyage ist der Direktkanal: Hier buchen Gäste zu klaren Konditionen, ohne Provisionsschleifen. SmartGuest begleitet den Aufenthalt mit Infos, Services und Angeboten – im Browser, ohne App-Zwang.

Mit SmartKey wird der Zutritt digital: Gäste erhalten Wallet- oder NFC-Keys, die sich nahtlos in die Reise einfügen. SmartRoom verbindet schließlich Energie- und Komfortsteuerung mit Buchungs- und Präsenzdaten. Im Idealfall erlebt der Gast einen durchgängigen, ruhigen Ablauf – und das Haus hat an zentraler Stelle den Überblick über Buchungen, Upsells und Verbrauch.

Welchen konkreten Unterschied spürt ein Hotel, das NEXUS einsetzt?

Auf der Vertriebsseite sehen Häuser, wie sich der Anteil der Direktbuchungen entwickelt und welche Angebote auf der eigenen Seite funktionieren – statt nur auf OTA-Reports zu schauen. Im Betrieb wird vieles leiser: weniger Medienbrüche, weniger Ad-hoc-Lösungen, klarere Workflows für Teams.

Gleichzeitig werden Effekte besser messbar: Wie viele Gäste nutzen Wallet-Keys? Welche In-Stay-Angebote werden gebucht? Wie entwickeln sich Energieverbräuche im Zimmerbetrieb? Unser Anspruch ist, dass sich NEXUS nicht nur „modern“ anfühlt, sondern sich in Kennzahlen und im Alltag der Teams bemerkbar macht.

Wohin entwickelt sich NEXUS in den nächsten Jahren?

Wir werden den Stack weiter vertiefen: mehr Auswertungen entlang der gesamten Gästeroute, feinere Regeln für Energie und Komfort, zusätzliche Integrationen zu PMS, Payment und Gebäudetechnik. Gleichzeitig bleibt die Grundidee: lieber wenige, gut integrierte Module als beliebig viele Features.

Unser Ziel ist, dass Häuser sagen: „Mit NEXUS habe ich einen verlässlichen Kern für meinen Vertrieb und meine digitale Infrastruktur – und kann darauf aufbauen.“ Wenn uns das gelingt, haben wir vieles richtig gemacht.